Veröffentlicht am 21. Januar 2007 in Grafik & Layout

Grundregeln Typografie
Typografie existiert seit es Schrift gibt. Lediglich ihr Erscheinungsbild wechselte mit dem Werkzeug, aus dem Schrift entstand und an das Schrift immer gebunden war. Sie gibt die Einstellung der Zeit wieder und ist Ausdruck einer geistigen Haltung.

Definition
Typografie ist die Anweisung an die Technik, Texte und Daten in lesegerechter Form zu erzeugen. In die Gestaltung werden ebenso eingebunden: Bruchziffern, Linien, Ornamente, Zeichen, Typosignale und Vignetten. Eine der Aufgaben des Setzers ist es, ebenso auf die richtige Anwendung von Akzenten, Interpunktionen, röm. Zahlen, Ziffern etc. zu achten.

Satzanweisung
Alles was der Typograf in der Satzanweisung festlegt, hat mit der Lesbarkeit zu tun. Unabhängig davon, ob es sich um ein Buch, eine Zeitung, einen Fahrplan oder eine Visitenkarte handelt: Schriftart, Schriftgröße, Satzbreite, Laufweite, Zeilenabstand, Zeilenzahl, Bildflächengröße, Satzart, Auszeichnungen und Gliederungen.

Schrift
Jede Schrift hat einen ganz bestimmten, eigenen Charakter, der für sich selbst ’spricht‘ und der zu dem Inhalt des Textes unbedingt passen sollte. Gleicher Text kann in unterschiedlicher Schrift komplett anders wirken und somit die wahrgenommene Aussage stark beeinflussen. Wichtig ist, dass für längere Texte möglichst klare, die Augen (besonders am Bildschirm) nicht zu sehr ermüdende Schriften gewählt werden. Zur Lesegröße zählen Schriften von 3,375 mm (9p) bis 4,5 mm (12p). Falls es notwendig ist einen längeren Text unterzubringen, kann notfalls eine 8p Schrift benutzt werden. Für Überschriften, Plakate, Anzeigen, besondere Gestaltungen etc. können hingegen sehr gut auch dekorative Schriften verwendet werden, die ins Auge springen und auffallen. Allerdings ist es wichtig, solche Schriften stets nur gezielt einzusetzen und nicht zu oft zu gebrauchen, damit sie sich in ihrer Wirkung nicht gegenseitig aufheben. Bei der großen Auswahl verschiedener Schriftarten, ist es manchmal hilfreich ein Schriftmuster zu sehen. Die richtige Schrift zu dem jeweiligen Produkt oder Text auszuwählen ist bei der heutigen Vielfalt nicht immer einfach, deshalb ist es wichtig in der Typografie auf Professionalität zurück zugreifen.

Schriftfamilien
Es gibt eine Vielzahl von Unterscheidungen und Klassifizierungen der Schriften. Die unterschiedlichen Schriften werden aufgrund äußerer Merkmale in Schriftfamilien unterteilt.

Antiqua
Schriften mit Serifen (kleine Striche am Buchstaben), sie wurden in der Antike am häufigsten verwendet.
Grotesk
Serifenlose Schriften, eher sachlich, modern, kühl.
Fraktur
Gebrochene Schriften, Entwicklung aus Schreibschriften des Mittelalters, bis auf Titelzeilen in Zeitungen eher selten vorzufinden.
Schreibschrift
Geschwungene Schriften mit persönlichem Touch u.a. auch Werbe- und Modeschriften.

Schriftschnitte
Die meisten Schriften gibt es in den Aufführungen: normal, fett und kursiv. Bei vielen sog. Grotesk Schriften gibt es darüber hinaus noch Sonderformen wie leicht, mager, halbfett, schmal, extrabreit etc.

Schriftgrößen
Die Maßeinheit für Schriftgrößen, der typografische Punkt (p) ist historisch bedingt durch den Bleisatz. 1 Punkt = 0,3759 mm; 1 mm = 2,66 Punkt.
Der Typograf, Schrift- bzw. DTP-Setzer verwendet zum Messen der Punktzahl ein sog. Typometer. Es ist zu vermeiden, innerhalb eines Dokumentes mehr als 3 Schriftgößen zu verwenden!