Prinzipien fĂŒr gutes Design

Dass Design mehrschichtig und vieldeutig ist, wird nicht nur dadurch verdeutlicht, dass es auf Wikipedia ein eigenes Portal  dafĂŒr gibt (welches im Übrigen sehr zu empfehlen ist), sondern natĂŒrlich auch durch den Sprachgebrauch. Wer von Design spricht, kann Verschiedenstes darunter verstehen. Womit ich mich hier und heute beschĂ€ftigen möchte, ist Design in Form der Gestaltung von Printprodukten. Und hier speziell mit vier Prinzipien, die Robin Williams in ihrem Buch: "Design und Typografie fĂŒr Dich" (Addison-Wesley 2008) als Grundlage fĂŒr ein gutes Design sieht:

DAS PRINZIP DER NÄHE

Elemente die nah beieinanderliegen, wirken zusammengehörig und bilden eine visuelle Einheit. NĂ€he dient der Organisation und schafft Ordnung. Und wenn Elemente nahe zusammengerĂŒckt werden, entsteht auch Leerraum – quasi als Nebenprodukt der NĂ€he trĂ€gt auch er zu einem "ordentlichen" Design bei.

DAS PRINZIP DER AUSRICHTUNG

Einheitlichkeit und gleichförmige Ausrichtung bilden ebenfalls eine visuelle Verbindung. Sie dient ebenfalls der Organisation und bietet Übersichtlichkeit. Elemente sollen immer bewußt und keinesfalls zufĂ€llig ausgerichtet werden.  

DAS PRINZIP DER WIEDERHOLUNG

Wiederholung vereinheitlicht und wirkt optisch interessant und ansprechend. Sie unterstĂŒtzt und unterstreicht das Layout und verbindet getrennte Elemente und schafft dadurch ein einheitliches Gesamtbild.

DAS PRINZIP KONTRAST

Kontrast fördert Aufmerksamkeit und Interesse. Kontraste erzeugen Spannung und unterstĂŒtzen die Gliederung der Elemente. Kontraste verdeutlichen Unterschiede.

Und es wirkt:

Diese vier Prinzipien stringent eingesetzt und konsequent angewendet helfen merklich dazu bei, ein Layout ansprechender und interessanter zu gestalten und somit die Aufmerksamkeit fĂŒr den Inhalt (auf den kommt es ja schließlich an) zu erhöhen.

Bei der Jahreskarte der PĂ€dagogischen Aktion / SpielKultur e.V. habe ich versucht, diese Prinzipien sinnvoll anzuwenden – gemessen am Lob der Auftraggeber ist es mir – zumindest ansatzweise – wohl gelungen. Mein Dank geht daher an Robin Williams. Und gemeinsam mit SpielKultur wĂŒnsche auch ich allen das Beste und Mögliche fĂŒr 2010.

offline gestalten

Ein wesentliches Standbein von L_O_W ist die grafische Gestaltung von BroschĂŒren, Plakaten, Flyern und Foldern, Heften und GeschĂ€ftsunterlagen, kurz von allem, was offline zur VerfĂŒgung steht, um Anliegen, Angebot, Ziel, Inhalt und Zweck zu kommunizieren.

Je einfacher diese optische Gestaltung ausfÀllt, desto besser und wirkungsvoller ist sie!
Unnötiges Verwirren des Auges des Betrachters ist dabei zu vermeiden.
Es ist wichtig, Schwerpunkte zu setzen.

layout.jpg 

(Quelle: SZ vom 20./21.01.2007)

Die wichtigsten Grundbegriffe und -regeln beim „offline“-Gestalten sind:

Layout
Unter einem Layout versteht man die Gestaltung und Anordnung von Text und Bild auf einer Seite. Je nach Aufgabenstellung kann das Layout unterschiedlich sein, doch typografische und grafische Grundregeln der Gestaltung sollten unbedingt beachtet werden, um ein Höchstmaß an QualitĂ€t zu garantieren.

Satzspiegel
Hier wird festgelegt, wie der Text auf der Seite angeordnet ist. Dies betrifft Angaben zu RÀndern und AbstÀnden, doppel- oder einseitiger Darstellung ebenso, wie Spaltenzahl und Seitennumerierung. Es ist wichtig, in einem umfangreicheren Dokument das Layout-Grundmuster beizubehalten, damit das Ergebnis nicht chaotisch wirkt, einen klaren Stil behÀlt, sich das Auge des Betrachters zurecht findet und eine einheitliche Linie bzw. ein Corporate Design (CD, einheitliches Erscheinungsbild) eingehalten werden kann.

Gestaltung
Oft wird nicht bedacht, dass ein professionelles Layout sehr viel Sachverstand im Hinblick auf die Typografie benötigt. Denn neben der inhaltlichen Perfektion zeichnen vor allem Gestaltung und PrĂ€sentation die QualitĂ€t eines Produktes aus. Gestaltung qualitativ hochwertiger Produkte setzt ein großes Maß an KreativitĂ€t, eine Menge Ideen und Erfahrung voraus, um professionell aufzutreten. Entscheidende Faktoren, die zueinander immer im richtigen VerhĂ€ltnis stehen mĂŒssen: Schriftgrad (also die GrĂ¶ĂŸe der Schrift), ZeilenlĂ€nge und Zeilenabstand.

Schrift
Jede Schrift hat einen ganz bestimmten, eigenen Charakter, der fĂŒr sich selbst ‘spricht’ und der zu dem Inhalt des Textes unbedingt passen sollte. Gleicher Text kann in unterschiedlicher Schrift komplett anders wirken und somit die wahrgenommene Aussage stark beeinflussen. Bei der großen Auswahl verschiedener Schriftarten, ist es manchmal hilfreich ein Schriftmuster zu sehen. Die richtige Schrift zu dem jeweiligen Produkt oder Text auszuwĂ€hlen ist bei der heutigen Vielfalt nicht immer einfach, deshalb ist es wichtig, in der Typografie auf ProfessionalitĂ€t zurĂŒck zugreifen und die Erfahrungen zu nutzen.

Umbruch
Ein noch so gut typografisches Konzept kann verdorben werden, ein noch so gut ausgefĂŒhrter Satz kann vergebens sein, wenn der Umbruch nicht gut ausgefĂŒhrt ist. Unbedingt zu vermeiden sind sogenannten ‘Schusterjungen’ (die letzte Zeile einer Seite, die gleichzeitig die erste eines neuen Absatzes ist) und ‘Hurenkinder’ (die erste Zeile einer Seite, die gleichzeitig die letzte eines Absatzes ist).

Mut zur LĂŒcke
Es ist wichtig ausreichend Luftraum zu lassen, damit Bild und Text richtig zur Geltung kommen. KĂŒrzere Texte mit Luftraum werden viel eher beachtet und gelesen als „vollgestopfte“ Seiten. Viel „weiß“ auf einer Seite stört oft den Auftraggeber, weil er Papier-Verschwendung bis hin zu „Seitenschinderei“ befĂŒrchtet, in Wahrheit jedoch geht es oft nur um die Lesbarkeit, um die Optik und den wirklich guten Eindruck der Seite.

Kontraste
Das Leben wĂ€re langweilig ohne Kontraste. Auch die Gestaltungslehre lebt von Kontrasten. So z.B. der Hell-Dunkel-, der Material-, Textur-, Form-, Farb- und Rhythmuskontrast. Dabei ist zu beachten, dass die gestalterischen Anwendungsmöglichkeiten von Kontrasten nicht nur bei den Kontrastpolen (z.B. schwarz-weiß), sondern auch in deren Abstufungen liegen (z.B. den Grautönen).

KĂ€sten und Unterlegungen
Die Typografie innerhalb der KĂ€sten kann ruhig und neutral oder gespannt und aktiv gestaltet sein. Rasterunterlegungen sind nicht unproblematisch, da die Schrift an SchĂ€rfe verliert. Hervorhebungen werden beispielsweise angewandt in Zeitungsartikeln, Sach- und SchulbĂŒchern, Newslettern, zur Hinterlegung von Grafiken etc.