Veröffentlicht am 6. Oktober 2009 in Grafik & Layout

Als Slogan schon etwas älter, mit Barack Obamas "Yes we can" wieder ein wenig hervorgeholt: mit "O2 can do" wollte Telefónica O2 Germany mit diesem Spruch deutlich machen, was alles im neuen Telefongeschäft möglich ist. Neben aller Revolution, die Handys seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ausgelöst haben, bergen sie doch auch ein hohes Gefahrenpotential. Weniger die oft angesprochene Strahlung, vielmehr die v.a. für Jugendliche gefährliche Allmächtigkeit dieses neuen Mediums wird gerade allerorts diskutiert. Und in diese Diskussion steigt nun auch O2 ein, wen wundert’s? Sind es doch gerade die Telekommunikationsanbieter, welchen oftmals ein all zu exzessives Vorgehen bei der Vermarktung ihrer Geräte und Tarife vorgeworfen wird.

Mit einer Kooperation mit dem JFF, Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis möchte nun O2 in Sachen Medienpädagogik und jugendgerechtem Umgang mit Handys dazulernen. Eine gemeinsam erarbeitete Broschüre sowie ausführlichstes Informationsmaterial im O2-Intranet steht ab sofort für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von O2 bereit, damit sich diese darüber informieren können, wie pädagogisch wert- und sinnvoller Umgang mit dem Handy bei Jugendlichen aussehen könnte und sollte. Darüber hinaus finden Schulungen für Handyverkäufer durch pädagogische Mirtarbeiter des JFF statt. Als nützliches "Nebenprodukt" dieser Kooperation ist ebenfalls eine umfangreiche Info-Sammlung für Pädagoginnen und Pädagogen entstanden, die auf www.ohrenblick.de zu finden ist.

 

Dass diese Kooperation nicht nur eine vorgeschobene und den Vermarktungsinteressen zuträgliche Aktion bleibt, dafür steht das JFF. Mit beinahe 60 Jahren Erfahrung mit medienpädagogischen Inhalten ist das Institut ein sicherer und verlässlicher Partner, wenn es um Kinder, Jugendliche und (neue) Medien geht. Die Forschung des JFF ist medienpädagogisch ausgerichtet und hat zum Ziel, die Medienaneignung von Heranwachsenden zu verstehen und Unterschiede in Umgangsweisen zu klären sowie Maßstäbe für pädagogisches Handeln zu gewinnen. Die Praxis des JFF entwickelt Konzepte und Modellprojekte für die medienpädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen. Ziel ist es, die Medienkompetenz zu fördern, innovative medienpädagogische Aktivitäten zu unterstützen und Heranwachsenden Zugänge zu Medien zu eröffnen.

Dass diese in der heutigen Zeit mehr denn je notwendigen Erkenntnisse und Maßnahmen nun auch von einem Handyanbieter aufgegriffen und offensiv angegangen werden, ist sicherlich der richtgie Weg – auch oder gerade weil diese Aktion möglicherweise die Verkaufszahlen von O2 verbessern könnte – allerdings eben an Jugendliche die wissen, wie man mit Handys sinnvoll umgeht…