Veröffentlicht am 5. Februar 2008 in Grafik & Layout

Mit dem Goldenen Schnitt ist ein Teilungsverhält-nis gemeint, bei dem eine Gesamtstrecke x so in zwei Teilstrecken geteilt wird, dass der größere Teil y (der sog. Major) sich proportional zur Gesamtstrecke verhält wie der kleinere Teil z (Minor) zum größeren Teil y.

Diese Aufteilung in ungefähr 3 zu 5 (oder genauer 1 zu 1,618) wird vom Menschen als harmonisch empfunden, der Betrachter bewertet es als natürlich. Schon die alten Griechen kannten dieses Ideal-Verhältnis und sie fanden es nicht nur in der Natur sondern auch in den einzelnen Proportionen des menschlichen Körpers. Genau deshalb wird es eben auch als harmonisch empfunden.

Neben der dreidimensionalen Anwendung dieses asymmetrischen Teilungsverhältnisses (in der Architektur, aber auch in der Bildhauerei) ist der Goldene Schnitt gerade in Malerei, Zeichnung, Grafik und Layout von besonderer Bedeutung. Er spielt sowohl bei der Relation von Bild- und Seitenformaten eine wichtige Rolle, wie auch bei der Positionierung von wichtigen Linien (z. B. dem Horizont) bzw. bei der Anordnung wesentlicher Elemente und Motive auf einer gestalteten Seite.

Das Prinzip des Goldenen Schnitts besagt also, dass die motiv- oder kompositionsbestimmende Bildteile nicht in die Mitte gesetzt werden sollen, sondern mehr nach links oder rechts außen oder mehr ins obere bzw. untere Bilddrittel. Das Bild erhält dadurch deutlich mehr Spannung.

Für das menschliche Auge ist es meist ausreichend, den Goldenen Schnitt nicht ganz genau zu berechnen, sondern einen Näherungswert zu verwenden. Dazu wird die Gesamtfläche, die
für ein Layout vorgesehen ist, der Länge und der Breite nach in fünf gleiche Teile geteilt. Das mittlere der so entstehenden 25 Rechtecke gibt in all seinen vier Eckpunkten nun die annähernd richtige, "goldene" Position an; oder genauer gesagt: verbindet man zwei der vier Eckpunkte jeweils mit einer Linie (horizontal bzw. vertikal), so liegen diese Linien jeweils im Goldenen Schnitt.