Veröffentlicht am 19. Januar 2007 in Essen & Trinken

Mit einem sechsgängigen Menue wurde an diesem Montag die Gastroleitung des Feierwerk verwöhnt! Nana Schmidl und Michael Schwarz, Patricia Reger und Andreas Erhart waren zu Gast im Hause Sadelerstr. 29 und Sylvie und ich zeigten einen Ausschnitt aus unserem Küchenrepertoire.

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Nach dem Amuse-Gueule in Form von Kokos-Garnelen-Bällchen mit mildem Chili-Dip gab es als ersten Gang einen von Jamie Oliver inspirierten Salat:

Orangenfilets, Birne & Gorgonzola auf Castelfranco, Trevisana & Romanasalat mit Blutorangen-Balsamico-Vinaigrette. Dazu einen Jahrgangs-Riesling-Sekt von 2003 aus dem Hause Clemens Busch. Das Besondere an diesem Salat ist neben den farben- und geschmacksprächtigen Salat-Blättern aus dem Veneto die wunderbare Säure-Kombination des frisch gepressten Blutorangensaftes mit dem Balsamico-Essig.

Als zweiter Gang folgte Lotte Macchiato! Nein, kein Schreibfehler und auch kein Kaffee, sondern Seeteufel am Spieß, serviert auf einem Glas, welches, gefüllt mit leckerer Pilz-Creme-Suppe, würzigem Fischfond und einer Milchschaumhaube der Assoziation zum ähnlich klingenden italienischen Klassiker optisch durchaus gerecht wurde! Geschmacklich natürlich nicht vergleichbar, lag es sicherlich jedoch weit vorne in der Rangliste dieses Menues! Relativ einfach und superlecker – absolut gelungen! [Kein Selbstlob, weil auf Sylvie’s Kochkünste beruhend].

Zum dritten Gang, den hausgemachten Artischocken-Ravioli in Salbeibutter, wurde dann der Rheigau-Riesling von 2005 des G. H. Mummschen Weingutes gereicht, der mit seiner milden, aber doch merklichen Säure und der leicht moussierenden Textur die wunderbare Kombination aus Butter und Salbei bestens unterstützte. Dazu die milde Pasta und die ganz leicht bittere Artischocke [das Bittere kommt vom Bitterstoff Cynarin], wunderbar!

Der vierte Gang: Schwarzer Tintenfisch-Risotto. Diesen lange erprobte Risotto mit frischen Calamari habe ich zum ersten Mal mit der Tintenfisch-Tinte gefärbt; und es ist schon erstaunlich, wie sehr doch das Auge mit ißt! Geschmacklich verändert die Tinte eingentlich gar nichts [sie schmeckt leicht salzig, aber ansonsten eher neutral], und doch schmeckte der Risotto anders, tendentiell leider nicht so gut, als ohne Tinte – offensichtlich sind wir es einfach nicht gewohnt, schwarz zu essen. Aber die Farbe begründete immerhin den Wechsel vom weißen zum roten Wein. Zum Einsatz kam ein Barolo D.O.C.G. aus 2002 vom Weingut Cantine Manfredi. Sehr lecker und bestens passend auch zum fünften Gang:

Langsam geschmorte Kalbshachse in Thymian-Weißwein-Sauce mit Zucchini & Tomaten. Hier haben uns Rose Gray und Ruth Rogers vom River Café in London mit ihrem neuen Kochbuch unterstützt und dazu beigetragen, dass das Fleisch wirklich vom Knochen fiel wunderbar zart, fein und würzig schmeckte. Obwohl die Hachse im Ganzen in Weißwein geschmort wurde, der ideale Begleiter zum Barolo.
Als sechsten Gang dann Panna Cotta mit gewürzten Orangen – ein Klassiker, der ideal mit dem zum Abschluss kredenzten Sauternes vom Chateau Lafon von 2004 harmonierte, noch das I-Tüpfelchen auf das rundum gelungene Menue setzte und den Espresso danach förmlich herbei sehnen ließ.

Ich denke, dass es auch für unsere „Gastroten“ ein gelungener Montagabend war und freue mich schon auf eine Fortsetzung, auch wenn einige Zeit vergehen muß, weil gänzlich unanstrengend war’s dann doch nicht!